Schon registriert?
Registrieren

Passwort vergessen??

Usernamen vergessen?

Ergebnis 1 bis 3 von 3
  1. #1
    frau-knete
    Gast

    Auswirkung von Leine und Halsband

    zur Info setze ich mal eine Studie ein, die die Auswirkung von Leine und Halsband auf die Körpersprache des Hundes beschreibt.

    Untersucht wurde das Verhalten von 10 Hunden bei der Begegnung mit anderen Hunden. Es wurden pro Hund 10 Begegnungen dokumentiert, womit die Daten von 100 Hundebegegnungen zur Verfügung standen.

    Die Dokumentation erfolgte durch die Hundebesitzer, die bei jeder Begegnung einen vorgefertigten Fragebogen ausfüllten, so dass jeweils die gleichen Beurteilungskriterien vorlagen. Beurteilt wurde das Verhalten der Tiere bei einer Entfernung von noch etwa 10m voneinander.
    Bei der Auswertung wurde das Hauptaugenmerk auf die visuelle Kommunikation der Hunde unter Einwirkung der Leine gelegt. Ebenfalls wurden die physischen sowie psychischen Veränderungen von angeleinten Hunden, sowie deren Auslöser erörtert.

    Physiologische Veränderung:

    Wie verändern sich Hunde physiologisch wenn sie an der Leine gehalten werden?

    Hunde verständigen sich untereinander vor dem ersten (Körper) Kontakt visuell. Hierbei tauschen Sie schon Informationen (optische Einschätzung des Gegenübers) aus.
    Die Körpersprache signalisiert, wie das Aufeinandertreffen ablaufen soll bzw. muss. Es werden normalerweise schon visuell Rangordnungsfragen (Auswertung der Körpersprache und Mimik zur Klärung der Durchsetzbarkeit der eigenen Ansprüche) geklärt, die Hunde kommunizieren.
    Durch das Kurzhalten (Verkürzung der Halter-Hund-Distanz) wird aber die Körpersprache des Hundes schon stark verändert, der Hund kann sich gar nicht mehr äußern, er wird in eine Körperposition gebracht, welche vielfach nur einen Schluss für den entgegen kommenden Hund zulässt. `Ich muss mich rüsten, der andere ist bereit zu kämpfen!`

    Im einzelnen verändert sich der Körper wie folgt:
    Der Hund will nach vorne, wird aber gestoppt mit dem Halsband.
    Ergebnis: Der Hund strotzt vor Kraft und richtet sich auf.
    Die gesamte Kopfpartie richtet sich auf, der Hals steht steiler und der Hund wirkt größer.
    Der Brustkorb kommt nach vorne, wird breit und die Vorderhand geht etwas auseinander.
    Die Muskulatur im Rumpf spannt sich an.
    Die Öffnung der Ohren zeigt meist nach vorne, die Augen werden groß (teilweise auch durch den Sauerstoffmangel beim Ziehvorgang, der Hund würgt sich selber, nicht zu verwechseln mit der Pupillenerweiterung im Ausdruck des defensiven Drohens, bzw. der Angst) und der andere Hund wird fixiert, denn da will er ja hin.
    Das Rückenfell sträubt sich.
    Eine Beurteilung der Situation über die Rutenhaltung kann hier nur individuell erfolgen, da die Rutenhaltung rasseabhängig, und somit nicht pauschalisierbar angewendet werden kann.

    Der Hund strahlt hier also absolute Kampfbereitschaft / Verteidigungsbereitschaft und gegebenenfalls Dominanz aus, bedingt durch die Vorwärtsbewegung des Hundes und die `Stop`- bzw. Rückwärtsbewegung des Halters, die auf den Hund durch das Halsband übertragen wird.
    Es besteht für den Hund keine -für den anderen Hund eindeutige- Möglichkeit sich zu unterwerfen bzw. Beschwichtigungssignale auszusenden!

    Quelle: vetcontact

    Dazu kommt auch noch ein gesundheitlicher Aspekt:

    ZIEHEN AM HALSBAND ERHÖHT DEN AUGENDRUCK SIGNIFIKANT

    Eine äußerst wichtige Untersuchung für alle Hunde, die stark am Halsband ziehen und die womöglich aufgrund ihrer Rasse oder Anatomie zum Glaukom neigen: Der intraokuläre Druck wird bei Zug am Halsband kurzfristig massiv erhöht, wie diese brandneue Untersuchung zeigt. Der dringende Rat: Brustgeschirr - so wird der IOP nicht verändert!

    ---------------------------------------------------------------------------
    -----

    Bei 51 Augen von 26 Hunden wurde der intraokuläre Druck (IOP) von Hunden, die an Halsband oder Brustgeschirr zogen, gemessen. Der Druck, mit dem der jeweilige Hund gegen Halsband bzw. Brustgeschirr zog, wurde zunächst ermittelt.

    Der IOP wurde gemessen, während der individuell ermittelte Druck einwirkte.

    Der IOP stieg signifikant, wenn der Hund massiv gegen das Halsband, nicht aber, wenn er gegen das Brustgeschirr zog.

    Basierend auf diesen Resultaten wird dringend empfohlen, Hunde mit schwacher oder dünner Cornea, Glaukom oder Erkrankungen, für die eine Erhöhug der IOP fatal wäre, nur noch am Brustgeschirr statt am Halsband zu führen. Das gilt besonders während der `Arbeit` oder beim Spaziergang.

    Quelle: Amy M. Pauli, Ellison Bentley, Kathryn A. Diehl, Paul E. Miller (2006): Effects of the Application of Neck Pressure by a Collar or Harness on Intraocular Pressure in Dogs. In: Journal of the American Animal Hospital Association 42:207-211 (2006)

    0 Nicht möglich! Nicht möglich!

  2. #2
    Bullyboard-Holiker Avatar von Sabrina
    Registriert seit
    02.03.2008
    Ort
    Dorsten
    Beiträge
    3.033
    Sehr interresanter Bericht :2thumbs:

    Aber gilt das auch für geschirre? denn yson hat ja geschirr um, aber ich lese da doch Gemeinsamkeiten

    0 Nicht möglich! Nicht möglich!
    •Und wenn du auch die Kraft hast, einen Berg zu versetzen, so brauchst
    du noch einen Verstand, der so groß und so ruhig ist wie ein Ozean.

  3. #3
    Administrator Avatar von Tina77
    Registriert seit
    01.03.2008
    Ort
    Pfinztal
    Beiträge
    11.908
    Sehr interessanter Bericht, Danke!
    Das bestätigt mal wieder, dass ein gut sitzendes Geschirr einem HB vorzuziehen ist

    0 Nicht möglich! Nicht möglich!
    LG, Tina mit Nero und Mia

Besucher gelangten auf diese Seite bei der Suche nach:

powered by vBulletin american animal hospital association

körpersprache englische bulldogge

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •