Light Futter - Warum es dem Hund mehr schadet als nützt!

Als Ursachen für Übergewicht sind an erster Stelle eine zu hohe Futtermenge - zu viele Zwischenmahlzeiten und einfach zu wenig Bewegung zu nennen. Sehr häufig ist leider die Futtermenge der individuellen Futterverwertung, Bewegungsaktivität, der Aussentemperatur und dem Gesundheitszustand nicht angepasst. Viele Hundebesitzer bedenken nicht, dass auch Zwischenmahlzeiten und Leckereien wie z.B. Trockenfleischprodukte, Kaustangen aber auch Brot, Quark, Fleisch etc. in die Berechnung der Tagesgesamtration gehören. Eine zu hohe Anzahl an Kalorien kann nicht angemessen durch Bewegung verbraucht werden, wodurch es zu Fettanlagerungen bzw. Übergewicht kommt. Darüber hinaus wird durch die unsachgemässe Zusammensetzung einer solchen Tagesration in der Regel die Bewegungsaktivität des Hundes noch verringert und ein Teufelskreislauf wird in Gang gesetzt.

Kastrierte Hunde - alte Hunde - kranke Hunde
Neben den oben genannten Faktoren gibt es auch die Gruppe von Hunden, deren Futterbedarf bedingt durch medizinische Ursachen derart verringert ist, dass eine angemessene Fütterung relativ schwierig wird. Hinlänglich bekannt ist, dass Hunde, die kastriert worden sind aufgrund der Hormonumstellung des Organismus eine stark verbesserte Futterverwertung, häufig auch vermehrten Appetit und trägere Stoffwechselaktionen sowie verringerte Bewegungsaktivität zeigen, was in der Regel zu einer deutlichen Senkung des Nährstoffbedarfs führt.

Aber auch ältere Hunde, die immobiler werden oder Hunde, die aufgrund körperlicher Leiden z.B. Bewegungsstörungen oder Herzproblemen keine dementsprechende Bewegungsaktivität mehr leisten können, fallen oft unter diese Kategorie. Obwohl bei diesen Hunden medizinische Gründe, Übergewicht begünstigen, kann und muss auch hier durch ein vernünftiges Futtermanagement, der Hund in Form bzw. bei Figur gehalten werden. Übergewicht stellt schon für einen gesunden Hund eine übermässige Belastung des Organismus dar und zieht häufig hartnäckige Erkrankungen wie Leber- und Nierenprobleme, Bewegungsstörungen, Herzleiden etc. nach sich. Aus diesem Grund muss bei kranken bzw. älteren Hunden besonders viel Wert auf das angemessene Gewicht gelegt werden.

Warum kein Light Futter für den übergewichtigen Hund?
Das gro der im Handel erhältlichen Light Futter Sorten sind aus nährstoffarmen, schwerverdaulichen Futterkomponenten zusammengesetzt, um den Kaloriengehalt bei relativ normalem Futtervolumen zu senken. Dies bringt allerdings mehrere Probleme mit sich als das es löst.

Mangel an essentiellen Nährstoffen
Schwerverdauliche Futterkomponenten weisen naturgemäss einen niedrigen Gehalt an essentiellen Nährstoffen wie Aminosäuren, Fettsäuren etc. auf. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass der übergewichtige Hund nicht auch diese hochwertigen Nährstoffe für einen gesunden Stoffwechsel benötigt, diese allerdings in der angemessenen Menge. Ein Mangel an essentiellen Nährstoffen zieht auf Dauer Krankheitssymptome wie stumpfes Fell, Hautprobleme, Stoffwechselstörungen etc. nach sich. Aus diesem Grund sollte auch in dem Diätfutterplan des übergewichtigen Hundes eine ausreichende Menge an hochwertigen Nährstoffen enthalten sein. Bedingt durch den Mangel an hochwertigen Nährstoffen stellt sich häufig während einer Light Futter Diät bei den Hunden ein verstärktes Hungergefühl ein.

Dieses Phänomen "Hunger" entsteht natürlicherweise in erster Linie dadurch, dass ein Bedarf an bestimmten Nährstoffen vorhanden ist, der gedeckt werden muss. Solange aber das gefütterte Futter die benötigten Nährstoffe nicht enthält, weil quasi nur wenig gehaltvolle Bauchfüller zur Verfügung stehen, bleibt das Hungergefühl unabhängig der gefütterten Futtermenge bestehen und verstärkt sich je länger dem Organismus die benötigten hochwertigen Substanzen verwehrt werden. Aus diesem Grund klagen viele Hundebesitzer darüber, dass ihre Hunde während der Light Futter Diät trotz relativ normaler Futtermenge, ständig Hunger haben.

Belastend hoher Rohaschegehalt
Eine weitere zwingende Folge eines schwerverdaulichen Futters ist der hohe Rohaschegehalt. Hohe Rohaschegehalte belasten die Stoffwechselorgane insbesondere die Nierenfunktion und können auf Dauer zu hartnäckigen Funktionsstörungen führen. Des Weiteren führen hohe Rohaschegehalte zur Überlastung des Darmtraktes und somit zur Schwächung des Immunsystems. Die schwerverdaulichen Futterkomponenten stellen darüber hinaus auch eine Belastung der gesamten Verdauungstätigkeiten dar. Sowohl die Schleimhäute des Magens als auch des Darms sowie alle Verdauungs- und Verstoffwechselungsprozesse werden über das eigentlich notwendige Mass hinaus belastet. Dadurch kommt es nicht selten zu sichtbaren Verdauungsstörungen wie Erbrechen, Durchfallerscheinungen, Verstopfungen etc. oder aber auch zu einer allgemeinen Schwächung des Immunsystems. Aus diesem Grund endet so manche nur mehr oder weniger erfolgreiche Light Futter Diät in einer handfesten Allergie mit ausgeprägter Haut- und/oder Magendarmsymptomatik.

Um die zuvor genannten Probleme eines handelsüblichen Light Futters zu vermeiden, sollten sie bei der auswahl des Futters strikt darauf achten, dass bei der Fütterung von übergewichtigen und leichtfutterigen Hunden, bei reduziertem Eiweiss- und Fettgehalt der Ration die Versorgung mit hochwertigen, essentiellen Nährstoffen gewährleistet bleibt. Das bedeutet, dass auf kalorienarme Futterkomponenten und Rationsgestaltungen geachtet wird, ohne auf schwerverdauliche, minderwertige Rohstoffe zurückzugreifen. Das heisst, dass neben der angemessenen Wahl des Hauptfutters für den Hund, ebenso die angemessenen Futtermenge, die Umstellung des Fressverhaltens des Hundes sowie die Einstellung des Besitzers zu den Zwischenmahlzeiten eine entscheidene Rolle für den Erfolg einer gesunden Diät bzw. eines gesunden Gewichthaltens spielt.

Futtermenge
Grundsätzlich kann und sollte man keine Pauschalaussagen über die benötigte Futtermenge eines Hundes machen. Primär ist die Menge natürlich abhängig von der gefütterten Futtersorte und der damit verbundenen Qualität, Hochwertigkeit und Verdaulichkeit der verwendeten Komponenten. Bei übergewichtigen Hunden, die eine Diät machen sollen, sollte man als Einstiegsmenge ca. 10% von den Tabellenwerten abziehen. Diese Menge muss aber innerhalb der ersten paar Tage vom Besitzer selbst nach unten bzw. oben einreguliert werden.

Bitte beachten Sie dabei unbedingt, dass die auf den Futtermittelsäcken angegebenen Tabellenwerte lediglich Durchschnittswerte darstellen und die benötigte Futtermenge immer individuell von Konstitution, Futterverwertung, Gesundheitszustand, der Aussentemperatur und vor allen Dingen von der Bewegungsaktivität des Hundes abhängig ist. Die Verantwortung für die richtige Futtermenge beim Hund liegt beim Besitzer, der den jeweiligen Futterzustand begutachten muss und die Futtermenge entsprechend anpassen sollte. Einen Anhaltspunkt, ob der Futterzustand Ihres Hundes in Ordnung ist: Sie sollten mit der flachen Hand die Rippen des Hundes fühlen können (ohne dass ein Fettpolster den Weg versperrt), dürfen die Rippen aber nicht sehen können. Ein lebenslustiger Allgemeinzustand sollte natürlich auch immer für die Beurteilung der optimalen Futtermenge vorausgesetzt werden.

Fressverhalten des Hundes
Viele übergewichtige Hunde neigen dazu, das angebotene Futter in einem enormen Tempo regelrecht einzusaugen, sind eigentlich immer bereit zu fressen und fordern demgemäss andauernd bettelnd Futter bzw. Leckerchen. Leider hat die Natur in diesen Fällen einen etwas zu guten Appetit mitgegeben. Entwicklungsgeschichtlich gesehen tragen diese Hunde ein Erbgutanteil von Vorfahren in sich, die in einer sehr kargen Umwelt überleben mussten und demgemäss bei bester Futterverwertung trotzdem auf ständiger Nahrungssuche waren. Grundsätzlich sollte man den übergewichtigen Hund daran gewöhnen, dass es nur zu bestimmten Zeiten Futter und zu einigen wenigen Anlässen auch Belohungen etc. gibt. Hält man hier nicht konsequent durch, erzieht man seinen Hund dazu, ständig Futter zu fordern, was wiederum der Figur schadet, denn auch ständig kleine Mengen an Futter und Leckereien liefern über den Tag gesehen zu viele Kalorien.

Bei der Fütterung des Hauptfutters kann die Aufnahmegeschwindigkeit der Futterringe durch eine Fütterung aus Kopfhöhe unter Verwendung eines Napfes mit sehr breitem Boden verringert werden. So muss der Hund quasi jeden Futtering einzeln aufnehmen, was bei einem normalen Futternapf mit kleinem Boden und schräg ansteigenden Seiten nicht der Fall ist. Neben dem Effekt, dass der Hund etwas länger mit der Mahlzeit beschäftigt ist, beugt das lansgsamere Fressen natürlich auch vielen Verdauungssstörungen vor.

Zwischenmahlzeiten und Leckerchen
Wie anfangs bereits erwähnt, entsteht Übergewicht häufig durch ein Zuviel an Zwischenmahlzeiten und Leckereien. Zwei Dinge sollten bei übergewichtigen und leichtfutterigen Hunden diesbezüglich beachtet werden:

Art der Zwischenmahlzeiten und Leckereien
Bitte beachten Sie, dass Trockenfleischprodukte wie Schweineohren, Büffelhautknochen, Kaustangen etc. kalorienreiche, eiweissreiche Leckerchen sind, die natürlich erheblich zum Tageskaloriensatz beitragen. Sie sollten während einer Diät durch kalorienarme Leckerchen ersetzt und auch später, wenn überhaupt, nur massvoll eingesetzt werden.
Wir empfehlen die Marengo Fun-Kuchen, ein kalorien- und eiweissarmes Leckerchen, das in Grösse, Form und Härte u.a. auch auf die Zahnpflege abgestimmt wurde.
Aber auch Reis, Nudeln, Fleisch etc. sind keinesfalls als kalorienreduzierende Ergänzung zu sehen. Im Gegenteil, sie bilden einen vollwertigen und oft hohen Anteil am Kalorientagessatz.Gerade bei Belohnungsleckerchen und Zwischenmahlzeiten sollte darauf geachtet werden, dass auch diese kalorienarm sind.

Menge und Häufigkeit der Belohnungshappen
In diesem Punkt müsssen viele Hundebesitzer umdenken. Keine noch so gute Diät kann Erfolg zeigen, wenn der Hund zwischendurch neben dem Hauptfutter entweder ständig oder einige Male am Tag noch mit Leckereien, Brot etc. versorgt wird. Wichtig ist es, neben der Wahl eines kalorienarmen Leckerchens auch die Anzahl und die Menge der Belohnungsgaben auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren. Dies erfordert vor allen Dingen vom Besitzer eine konsequente Veränderung des Verhalten zum Wohle seines Hundes

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