Die Netiquette
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Die Netiquette soll dir helfen, die Sitten und Gebräuche kennenzulernen,
die sich im deutschsprachigen Teil des Internets eingebürgert haben.
So kannst du einige der häufigsten Stolpersteine vermeiden.
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Es folgen einige Tipps, wie man das Netz effizient und auch höflich
zur Zufriedenheit aller benutzen kann (und sollte):

[target=n1]01. Vergesse niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt![/target]
[target=n2]02. Erst lesen, dann denken. Noch einmal lesen, noch einmal denken. Und dann erst posten![/target]
[target=n3]03. Teile etwas Neues mit![/target]
[target=n4]04. Deine Beiträge sprechen für dich - Sei stolz auf sie![/target]
[target=n5]05. Nimm dir Zeit, wenn du einen Beitrag schreibst![/target]
[target=n6]06. Vernachlässige nicht die Aufmachung deines Beitrages![/target]
[target=n7]07. Achte auf die "Subject:"-Zeile![/target]
[target=n8]08. Denke an die Leserschaft![/target]
[target=n9]09. Vorsicht mit Humor, Ironie und Sarkasmus![/target]
[target=n10]10. Kürze zitierten Text auf das notwendige Minimum![/target]
[target=n11]11. Benutze E-Mail![/target]
[target=n12]12. Gib eine Sammlung deiner Erkenntnisse an das Netz weiter![/target]
[target=n13]13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen![/target]
[target=n14]14. Benutze deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym![/target]
[target=n15]15. Vorsicht mit Kommerziellem![/target]
[target=n16]16. "Du" oder "Sie"?[/target]


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01. Vergesse niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!

Wenn du deinen Beitrag verfasst, denken viele Leute leider nicht
daran, dass die Nachrichten nicht von Computern gelesen werden,
sondern von anderen Menschen.

Deine Nachricht kann nicht nur von Leuten im deutschsprachigen Raum
gelesen werden, sondern auf der ganzen Welt. Lass dich also
besser nicht zu verbalen Ausbrüchen hinreißen.

Bedenke: Je ausfallender und unhöflicher du dich gebärdest,
desto weniger Leute sind bereit, dir zu helfen, wenn du selbst
einmal etwas brauchen.

Eine einfache Faustregel: Schreibe nie etwas, was du dem
Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würden.

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02. Erst lesen, dann denken. Noch einmal lesen, noch einmal denken. Und dann erst posten!

Die Gefahr von Missverständnissen ist bei einem schriftlichen Medium
besonders hoch. Vergewisser dich mehrmals, dass der Autor des
Artikels, auf den du antworten willst, auch das gemeint hat, was
du denkst. Insbesondere solltest du darauf achten, ob nicht
vielleicht Ironie, Sarkasmus oder eine ähnliche Variante des Humors
benutzt wurde, ohne ihn mit dem Smiley-Symbol "" zu kennzeichnen.

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03. Teile etwas Neues mit!

Dein Beitrag wird an ein Millionenpublikum weltweit verteilt.
Teile daher etwas Neues mit, wenn du einen Artikel schreibst!

Mach deinen Standpunkt klar, und drücke dich verständlich aus.
Durch schlüssige Argumentation kannst du von vornherein viele
Missverständnisse vermeiden.

Denke aber daran, dass niemand gerne Beiträge liest, die mehrere
hundert Zeilen lang sind. Dein Beitrag sollte kurz und prägnant sein,
jedoch ohne dass dabei das Verständnis auf der Strecke bleibt.

Unerwünscht sind sogenannte "human gateways".
Man sollte nicht seine Aufgabe darin sehen, Beiträge aus
verschiedenen für jedermann zugänglichen anderen Foren, Newsgruppen,
Netzen oder Informationsdiensten ins Netz weiterzuleiten.

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04. Deine Beiträge sprechen für dich - Sei stolz auf sie!

Die meisten Leute im Netz kennen und beurteilen dich nur aufgrund
dessen, was du in Foren und Mails schreibst. Versuche daher,
deine Beiträge leicht verständlich und möglichst fehlerfrei zu
verfassen.

Ein Wörterbuch neben dem Rechner mag als Übertreibung erscheinen,
andererseits wird ein möglichst fehlerfreier und gut formulierter
Beitrag ernster genommen als ein vor Fehlern beinahe unleserlicher
oder durch schlechte Wortwahl unverständlicher Beitrag.

Bedenke, dass dein Anliegen schlecht vertreten wird durch einen
Beitrag, der nicht elementaren Anforderungen an Stil, Form und
Niveau genügt.

Vielleicht lesen deine )zukünftigen Kollegen) oder dein (zukünftiger) Chef
mit. Vorurteile bilden sich leicht.

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05. Nimm dir Zeit, wenn du einen Beitrag schreibst!

Einige Leute denken, es reiche aus, einen Beitrag in wenigen
Sekunden in den Rechner zu "hacken". Besonders im Hinblick auf die
vorangegangenen Punkte ist das aber kaum möglich. Du solltest dir
Zeit nehmen, um einen Beitrag zu verfassen.

Vergewisser dich vor dem Schreiben, ob nicht bereits andere
einen gleichwertigen Beitrag verfasst haben. Dadurch kennst du
einen Teil der nachfolgenden Diskussion und könntest vorgebrachte
Argumente bei deinem Beitrag schon berücksichtigen.

Jeder beitrag sollte vor dem endgültigen Abschicken mindestens
einmal vollständig durchgelesen und überarbeitet werden.

Manchmal empfiehlt es sich auch, den Beitrag noch einmal zu
überschlafen. Oft stellt sich am nächsten Tag heraus, dass man
zu impulsiv reagiert oder eine Beleidigung verfasst hat.

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06. Vernachlässige nicht die Aufmachung deines Beitrages![/u]

Durch Groß- und Kleinschreibung wird der Text leserlicher.
Absätze dienen der Gliederung und lockern den Text auf.
Darüber hinaus sollten Punkte und Kommas selbstverständlich sein.

Eigener und zitierter Text sollten grundsätzlich durch eine
Leerzeile getrennt werden. Auf Blocksatz verzichtest du besser,
da unterschiedlich breite Leerschritte das Lesen erschweren.

Du solltest die Breite der eigenen Zeilen unter etwa 70 Zeichen
halten, damit auch nach mehrmaligem Zitieren von Text (Quoten)
die Standardzeilenbreite nicht überschritten wird.
Zudem wissen professionelle Schreiberlinge längst, dass Zeilen mit
mehr als etwa 70 Zeichen vom Menschen nur noch mit Anstrengung zu
lesen sind (zähl doch einmal die Zeichen pro Zeile in Ihrer
Tageszeitung).

Weitere grundlegende Hinweise zur Textgestaltung findest du
beispielsweise im Duden (Regeln für das Maschinenschreiben) oder
in der entsprechenden DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln
für die Textverarbeitung).

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07. Achten Sie auf die "Subject:"-Zeile!

Wenn du einen Beitrag verfasst, achte bitte besonders auf
den Inhalt der "Subject:"-Zeile (umgangssprachlich auch "Betreff"
oder "Thema" genannt). Hier sollte in kurzen Worten der Inhalt
des Beitrages beschrieben werden, so dass ein Leser
entscheiden kann, ob er von Interesse für ihn ist oder nicht.

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08. Denke an die Leserschaft!

Überlege dir vor dem Posten eines Beitrages, welche Leute
du mit deinem Beitrag erreichen wollen.

Wähle sorgfältig aus, wo du schreiben willst.

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09. Vorsicht mit Humor, Ironie und Sarkasmus!

Achte darauf, dass du ironisch gemeinten Bemerkungen
so kennzeichnest, dass keine Missverständnisse provoziert werden.
Bedenke: In einem schriftlichen Medium kommt nichts von deiner
Mimik und Gestik herüber, die du bei persönlichen Gesprächen
benutzen würden.

Im Netz gibt es für diesen Zweck eine Reihe von Symbolen, die man
Smileys nennt.

Für den Leser gilt: Erscheint dir ein Text missverständlich oder
unlogisch, ziehe in Betracht, dass er ironisch oder sarkastisch
gemeint sein könnte. Bitte im Zweifelsfall den Autor per E-Mail
um eine Erklärung, statt sofort ein böse Antwort zu posten.

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10. Kürzen Sie zitierten Text auf das notwendige Minimum!

Es ist eine gute Angewohnheit, kurze Ausschnitte des Textes, auf
den man sich bezieht, wörtlich zu zitieren und dem eigenen Text
voranzustellen.

Mache es dir zur Angewohnheit, nur gerade so viel
Original-Text stehen zu lassen, dass dem Leser der Zusammenhang
nicht verloren geht. Zitierter Text (Quote) stellt nur eine grobe
Gedankenstütze dar, viel wichtiger ist das, was du an neuen,
interessanten, eigenen Gedanken hinzuzufügen hast.

Zitiere bereits zitierten Text nach Möglichkeit nicht erneut.
Statt Text wortwörtlich zu zitieren, kann er auch durch eine kurze
in eckige Klammern [] gesetzte Umschreibung ersetzt werden.

Zitiere nur Text, auf den du auch Bezug nimmst.

Lass den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser
deines Beitrages hat den Beitrag, auf den du dich beziehst, mit
hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und hat
ohne eine Gedankenstütze große Mühe, den Sinn deiner Ausführungen
zu erkennen.

Das Zitieren von Unterschrift oder Signatur ist eine leider
weit verbreitete Unsitte und unerwünscht.

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11. Benutze E-Mail!

Wenn du dem Autor eines Beitrages etwas mitteilen willst, überlege
dir bitte, ob dies eine Bereicherung der laufenden Diskussion ist
und auch andere interessieren könnte - oder ob nicht eine einfache
E-Mail besser geeignet wäre.

Ein Beispiel: Hitzige Diskussionen arten manchmal in wüste
Beschimpfungsorgien aus. Spätestens dann ist der Zeitpunkt
gekommen, ab dem außer den Streithähnen
niemand mehr an der Diskussion interessiert ist.

Auch Hinweise auf Rechtschreibfehler, technische Probleme,
offensichtliche Irrtümer oder Netiquetteverstöße tätigt man
besser per E-Mail.

Es ist normalerweise unhöflich, Antworten per E-Mail auch noch
einmal zusätzlich öffentlich zu posten. Man sollte sich entscheiden:
entweder E-Mail oder Beitrag, aber nicht beides. Tust du es dennoch,
solltest du unbedingt zu Beginn der Nachricht darauf hinweisen.
Doch vergesse nicht: Es ist besser, du entscheiden sich nur für eins!

Generell gilt: Wenn du etwas mitteilen willst, das auch Millionen
andere Leute interessieren dürfte, mache es als Beitrag. Andernfalls
ist E-Mail passender.

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12. Gebe eine Sammlung deiner Erkenntnisse an das Netz weiter!

Wenn du eine Frage gestellt und darauf Antworten per E-Mail
empfangen hast, welche eventuell auch andere Leute interessieren
könnten, fasse die Ergebnisse (sinnvoll gekürzt) zusammen und
lasse damit auch andere von den Antworten auf Ihre Frage profitieren,
aber auch nur, wenn alle damit einverstanden sind!

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13. Achten Sie auf die gesetzlichen Regelungen!

Achte darauf, dass du mit deinem Beitrag keine Gesetze brichst.

Sei vorsichtig beim Zitieren aus urheberrechtlich geschützten
Werken. Begehe keine Straftaten. Rufe nicht zu Straftaten auf.

Wenn du unsicher bist, ob du die Rechte eines anderen vielleicht
verletzen könntest, frage ihn vorher per E-Mail, was er von
deinen Absichten hält.

Das Veröffentlichen von E-Mail ist - abgesehen von seinen möglichen
rechtlichen Konsequenzen - unhöflich und sollte nicht ohne die
explizite Einwilligung des Autors geschehen.

Da dein Beitrag von einem Millionen-Publikum gelesen wird, sei
zurückhaltend mit dem, was du über andere sagst. "Usenet is not
a right", aber natürlich ist Usenet deshalb kein rechtsfreier Raum.

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14. Benutze deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym!

In der Mailboxszene und bei einigen Internet-Anbietern verbergen die
Nutzer ihre wahre Identität hinter einem Pseudonym und schreiben
manchmal Dinge, die sie sich sonst nicht erlaubt hätten. Aufgrund
der negativen Erfahrungen, die viele Leute im Netz mit den Trägern
solcher Pseudonyme gemacht haben, solltest du deine Beiträge mit
deinem wirklichen Namen ("real name") versehen.

In einigen Themen, in denen es um sehr sensible Themen geht
(zum Beispiel sexuelle Gewohnheiten etc.), werden Pseudonyme bzw.
Artikel, die über sogenannte Anonymous-Remailer (auch "Anon-Server"
genannt) gepostet wurden, in Ausnahmefällen geduldet.

Pseudonyme bzw. Anonymous-Remailer bieten übrigens keinen Schutz,
wenn man dem Netz oder seinen Teilnehmern schaden oder wenn man
Straftaten begehen will. Wie bei den meisten elektronischen Medien
ist im Ernstfall eine nachträgliche Rückverfolgung möglich.

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15. Vorsicht mit Kommerziellem!

Ein gewisses Maß an kommerzieller Information wird im Netz durchaus
geduldet. Beispielsweise Adressen von Firmen, die ein bestimmtes
Produkt anbieten, nach dem jemand gefragt hat. Als unverschämt gilt
dagegen die Verbreitung von reinen Werbeinformationen. Insbesondere
dann, wenn ein gewisses Volumen überschritten oder unaufgefordert
gepostet wird.

Bedenke: Dies ist ein nicht-kommerzielles Netz, und niemand
will die Übertragungskosten für unverlangte Werbung bezahlen.

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16. "Du" oder "Sie"?

Aus der Deutschsprachigkeit der "de.*"-Hierarchie erwächst die
Frage, ob man andere Netzteilnehmer "duzen" oder "siezen" sollte.
Es gilt normalerweise: Wer selbst siezt, will gesiezt werden.
Wer duzt, will selbst geduzt werden.

Die meisten Teilnehmer der "de.*"-Hierarchie duzen sich jedoch,
unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung. Und viele, die
siezen, tun dies nur anfangs, weil sie noch nicht wussten, dass
die meisten ein "Du" bevorzugen. Wird man gesiezt, sollte man aber
dennoch nicht gleich mit dem "Du" beginnen, sondern vorher fragen,
ob dies für den anderen in Ordnung ist.