Flöhe in der kalten Jahreszeit
Berlin/ München – Viele Hunde- und Katzenbesitzer glauben, dass ein Flohbefall ihres Vierbeiners nur in der wärmeren Jahreszeit vorkommen könnte. Zwar finden die Parasiten bei niedriger Umgebungstemperatur nicht die optimalen Verhältnisse für ihre Entwicklung vor, weshalb die Vermehrung reduziert ist, doch durch die geheizten Wohnungen können sich Flöhe bestens entwickeln.

Deshalb wandelt sich der Flohbefall immer mehr vom saisonalen zum ganzjährigen Problem. Auch beim Gassi gehen bleiben die Lästlinge im Haarkleid der Hunde. Flöhe sind zu Sprüngen von über 40cm in der Lage und können so auch auf ein Nachbartier wechseln. Flöhe entwickeln sich über eine Reihe von Stadien, beginnend mit dem Ei, gefolgt von der Larve, der Puppe und schließlich dem erwachsenen Floh. Kein Entwicklungsstadium überlebt Temperaturen unter 3°C über 10 Tage. Die Überwinterung des erwachsenen Blutsaugers erfolgt daher vorwiegend auf dem Wirtstier. In beheizten Räumen können sich die Parasiten bestens in der kalten Jahreszeit vermehren.

Dr. Wieland Beck, Tierarzt bei der aktion tier-tierrettung münchen weist daraufhin: „Flohbefall hat medizinische Folgen. Flohstiche verursachen Juckreiz und können zu Hautirritationen führen. Bei Hunden, die unter einer Flohspeichelallergie leiden, kann ein einziger Floh genügen, um eine schwere Entzündung der Haut auszulösen. Tatsächlich können Flöhe auch verschiedene Krankheitserreger übertragen. An erster Stelle stehen hier die Bandwürmer, die das Tier bekommt, wenn es einen verseuchten Floh frisst.“

Die Flöhe durchstechen meist an mehreren dünnhäutigen Stellen die Epidermis und saugen während der normalen Saugdauer von 20 bis 150 Minuten das zehn bis 20fache des Fassungsvermögens ihres Magens, von dem er größte Teil umgehend wieder ausgeschieden wird. Bei fehlender Vorbeugung kann es unter Umständen zu einem Massenbefall mit Flöhen kommen. Gerade bei abwehrgeschwächten oder Jungtieren können diese Parasiten in großer Zahl zu einer Blutarmut führen, die in seltenen Fällen auch zum Tod führen kann.

Deshalb empfiehlt Dr. Wieland Beck auf jeden Fall ein konsequente Vorbeugung: „Denn bekämpft man Flöhe erst, wenn man sie registriert, haben die meist in der Umgebung der tierischen Schlafplätze schon Eier gelegt, aus denen sich neue Flöhe entwickeln. Beim Tierarzt sind eine Reihe geeigneter Flohmittel zu bekommen, die in Form einer Lösung, von Spray oder als Puder aufgetragen werden. Mittlerweile gibt es sogar Tabletten gegen Flöhe. Die Lagerstätten und die ganze Wohnung sollten unbedingt regelmäßig gründlich gesäubert werden. Neben dem Staubsaugen gehört dazu auch feuchtes Durchwischen, um die Entwicklungsstadien der Parasiten zu beseitigen.“
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