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    angel_666
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    Razzia beim Hundehändler in Euskirchen

    Razzia beim Hundehändler

    VON JOACHIM SPROTHEN, 27.02.08, 18:35h


    Euskirchen/Mechernich - Die kleinen Welpen saßen total verängstigt, eng aneinander geschmiegt, in einer Ecke. Vor lauter Panik hatten die schneeweißen „Malteser“ mit ihren schwarzen Knopfaugen Durchfall bekommen. Aber wenigstens droht den Tierchen nun kein weiteres Unheil. „Euch tut keiner mehr was“, tröstete Tierheim-Mitarbeiterin Petra Hutsch ihre neuen Schützlinge. Die Welpen waren zuvor zu Hauptdarstellern einer Razzia geworden, wie sie der Leiter des Mechernicher Tierheims lange nicht mehr miterlebt hatte. Reiner Bauer: „Eine ähnliche Aktion ist im Kreis Euskirchen mal in Bad Münstereifel durchgeführt worden. Das ist aber schon viele Jahre her.“

    Kreisveterinär Dr. Jochen Weins war am Dienstag in einem Euskirchener Außenort angerückt, um gemeinsam mit fünf Mitarbeitern seiner Behörde einen illegalen Hundehandel auszuheben. Vormittags wurde der erste Versuch gestartet, dem Einfamilienhaus einen unangemeldeten Besuch abzustatten. Es machte aber niemand die Tür auf. Am Nachmittag dann klappte die Aktion. 26 Hundewelpen im Alter von etwa acht Wochen (14 Malteser, ein Jack-Russel-Terrier, ein Mops, drei blonde und drei schwarze Labrador und vier Beagles) holten die Kreisbediensteten aus einem Keller des Hauses heraus. In Transportkisten, die man sich zuvor im Mechernicher Tierheim ausgeborgt hatte, ging es mit der lebenden „Fracht“ zurück ins Tierasyl.


    Oft kranke Tiere

    Eine Tierschützerin aus Köln hatte die Aktion ins Rollen gebracht. Sie war unter anderem in Internet-Foren auf Beschwerden von Kunden des Hundehändlers gestoßen, die sich darüber beklagten, dass ihnen kranke Welpen angedreht worden seien. Wie Kreisveterinär Weins nach der Aktion berichtete, hatten sich auch besorgte niedergelassene Tierärzte zu Wort gemeldet: „Sie hatten den Verdacht, die Tiere seien zu jung und nicht geimpft verkauft worden. Einige Hunde sind dann an banalen Infektionskrankheiten gestorben.“ Nach Erkenntnissen von Tierheimleiter Bauer ist der in Rede stehende Hundehändler bereits in zwei Nachbarkreisen „auffällig geworden“. Bauer: „Ihm wurde daraufhin verboten, Hunde zu halten und zu verkaufen.“ Das bestätigte auch Veterinär Weins. Im Frühjahr des vergangenen Jahres habe der Mann seine geschäftlichen Aktivitäten in den Euskirchener Außenort verlegt. Die Rassehunde, die normalerweise nicht unter 1000 Euro zu bekommen sind, wurden zu Dumpingpreisen verhökert.

    Beispielsweise Möpse, die bei seriösen Händlern rund 1500 Euro kosten, wurden in Euskirchen für 590 Euro angeboten. Die Tiere waren eventuell, so ein Verdacht Bauers, aus Massenzuchten im Ausland billig importiert worden. Bauer: „Die üblichen Papiere hat kein einziger der beschlagnahmten Welpen.“ Viele Tiere, die über den illegalen Handel neuen Besitzern übergeben worden waren, litten laut Bauer unter „Parvovirose“, einer ansteckenden Virusinfektion, die unbehandelt tödlich verläuft. Der Tierheimleiter befürchtet, dass auch die jetzt konfiszierten Welpen unter dieser Krankheit leiden könnten.

    Die Kreisverwaltung nahm die Razzia erst in Angriff, nachdem Bauer die Unterbringung der Welpen in seinem und anderen Tierheimen im Köln-Bonner Raum zugesichert hatte. Die Kosten trägt der Tierschutzverein Mechernich.


    Teure Behandlung

    Bauer: „Wenn die Welpen Parvovirose haben, kommen für die Behandlung pro Hund zwischen 500 und 1000 Euro auf uns zu. Sollten dann keine erheblichen Spenden bei uns eingehen, kann ich das Tierheim dichtmachen.“ Bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen, können noch einige Tage vergehen. Solange nicht feststeht, dass die beschlagnahmten Welpen gesund sind, werden die Hunde weder an andere Tierheime weitergegeben noch an neue Herrchen oder Frauchen vermittelt. Dass Tiere zu Dumpingpreisen verhökert werden, liegt nach Bauers Meinung daran, dass viele Leute Rassehunde als Prestigeobjekt ansehen: „Die strunzen dann mit ihrem Mops, verraten aber natürlich nicht, dass sie den Hund zum Billigstpreis aus dunklen Kanälen bezogen haben.“

    Für Veterinär Weins hat die Aktion vor allem eine Botschaft: „Wir nutzen den Fall, um die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass man sich bei solchen Leuten keine Hunde kauft.“ Niemand brauche sich zu wundern, wenn er zu einem Drittel des normalen Preises Rassehunde kaufe, die krank seien. Solche Leute „stoßen bei uns auf keinerlei Mitleid, die Käufer sind selbst schuld“. Wer einen Ferrari-Jahreswagen für 25 000 Euro kaufe, sollte nachher nicht lamentieren, wenn nach zwei Monaten Motor und Getriebe hinüber seien.

    Der Hundehalter und seine Frau werden nun bald Post vom Kreis bekommen. Darin wird laut Weins erstens das Handelsverbot bekräftigt werden, zweitens wird es um den Verdacht von Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen gehen.


    Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1203599317845.shtml

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  2. #2
    doggie
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  3. #3
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