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  1. #1
    Bully-Rüpel Avatar von Papercut
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    Späte Übergabe

    Hallo ihr Lieben,

    als ich gerade den Thread von Icebear las ging mir durch den Kopf, ob EB/OEB (bullartige allgemein?) eigentlich für ein Verfahren der späten Übergabe geeignet sind.

    Ich habe im Laufe der Zeit mehrere Hundehalter kennen gelernt, die ihre Hunde nach Absprache mit dem Züchter (+ dem entsprechenden Mehraufwand der Hin- und Herreise zum Besuchen und zusätzlicher finanzieller Vergütung für die Versorgung) erst später von diesem geholt haben. Das waren aber fast alles ausnahmslos Rassen, denen man eine leichte Führbarkeit, soziale Offenheit usw. attestieren kann.

    Manchmal hatte das Verfahren Gründe wie bei Icebear (ein Hundebaby und ein begrenzter Zeitrahmen sind keine gute Kombination), aber auch Wesensfragen (sehr zurückhaltende Hündin, die durch die längere Zeit mit dem Rudel des Züchters die Welt entdecken konnte und dadurch wunschgemäß ausgeglichener und mutiger wurde), spezielle Sozialisationsansprüche (Züchter wohnte in Stadtnähe, Käufer damals sehr ländlich, nach der Absprache wurde die Sozialisation für das Stadtleben durch den Züchter übernommen) oder Ausbildungsfragen.

    Ich habe das Mäuschen auch später geholt, das hat sich eben so ergeben (ohne das fies zu meinen nenne ich sie manchmal "Lieblingsrestposten"), aber neben all den Vorteilen (sie war wirklich sehr zügig nachtdicht und dann auch sehr bald stubenrein, hatte von Anfang an kein Problem mit dem Alleinsein - hat sie vermutlich so nebenbei gelernt von ihrer Mutti, dass das vollkommen ok ist wenn mal ne Weile kein Mensch in Sicht ist), gibt es auch Momente in denen ich überlege ob ihr Verhalten (gerade gegenüber Elementen des städtischen Lebens) darin begründet liegt, weil sie das eben nicht frühzeitig präsentiert bekommen hat (Straßenbahn und Fahrräder werden eingehend beäugt).

    Der für mich markanteste Unterschied war, dass ich den Eindruck hatte, dass die Bindung zwischen uns etwas länger brauchte um sich aufzubauen (ich habe ja nicht wie die Beispiele oben den Welpen vorab besucht, sondern wurde nur durch eine Bekannte auf die übrig gebliebene Hündin aufmerksam gemacht), aber letztendlich frage ich mich eben aber doch, ob es ein "Bull-Ding" sein könnte.

    Habt ihr Meinungen oder Erfahrungen dazu? Kann man sowas ruhigen Gewissens empfehlen oder wäre das grundfalsch? Ich hatte nämlich erst überlegt das bei Icebear zu antworten, mir dann aber überlegt, dass ich wohl eigentlich mit dem bisschen Einsicht was ich bisher bei bullartigen habe kaum dazu befähigt bin das nun einfach so zu übertragen und jemandem damit vielleicht einen Rat zu geben der einfach Bullshit (hihi) ist.

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  2. #2
    Bully-Senior Avatar von Bullidiva
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    Hhhmmm, ich denke das hat nicht unbedingt was mit der Rasse zu tun. Es gibt sicherlich Rassen die sich nie wieder oder nur ganz schwer an jemand anderen anschliessen aber den Bulldog würde ich nicht unbedingt dazu zählen. Wir haben unsere Holly mit 6 Monaten bei uns aufgenommen und haben nie Probleme gehabt. Sie hat vom ersten Tag an in sich geruht und ist bis heute ein sooooo ausgeglichener Bulldog wie man sich ihn nur wünschen kann.

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    Liebe Grüsse von Martina und den Bullymädels

    Manchmal rede ich mit mir selbst. Und dann lachen wir beide.

  3. #3
    Bully-Medicus honoris causa
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    Ich denke auch, es kommt auf den jeweiligen Hund an - nicht auf die Rasse. Somit triffst du es eher mit "BULLshit"... (Pardon, aber ich nehme hier einfach mal dein Angebot an). Überhaupt ist mir dieses ganze "Bull-Ding"-Gedöns ein Tacken zu viel. Als kleinen nachdenklichen Anstoß: Auch der Pitbull hat 'Bull' in der Rassebezeichnung, ist allerdings mit einem EB/FB in keinster Weise vergleichbar, ganz besonders nicht im Wesen! Trennen wir doch einfach mal in HAUSHUNDE, ARBEITSHUNDE und SCHUTZHUNDE, das würde eventuell schon reichen. Alle haben ihre rassetypischen Anlagen und unterscheiden sich aus genau diesem Grund auch in ihrem Verhalten. Dies alleine gilt es beim Hundkauf zu bedenken, ganz egal, wie alt der jeweilige Hund ist.

    Dieses "spätere abholen" kenne ich so ganz und gar nicht. Liegt wohl auch daran, dass ich ausschließlich von seriösen Züchtern gekauft habe (Boxer, Rottweiler, EB und FB) und diese, nicht zuletzt aus Gründen weiterer Sozialisierung innerhalb ihres neuen Umfeldes, ihre Welpen dem zu Folge in der Regel auch alle spätestens im Alter von 12 Wochen abgegeben haben. Ausnahmen bilden da nur Hündinnen, die sich der Züchter zunächst herausgesucht hatte um mit ihnen später weiterzuzüchten, um nach 6-8 Monaten allerdings feststellen musste, dass sich die Hündin dazu nicht eignet. Übrig gebliebene Welpen gibt es meines Wissens bei keinem seriösen EB-/FB-Züchter, eher eine Warteliste hoffender Kaufinteressenten.

    Soviel zum Thema aus meiner Sicht.

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  4. #4
    Bully-Rüpel Avatar von Papercut
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    Kein Anlass für Entschuldigungen - dafür war das Angebot ja da.
    Und es passt halt in dem Kontext gerade auch so wunderbar.


    @ Bullidiva - Ich habe das deswegen gefragt weil ich immer wieder höre, dass die EB/OEB/sonstige Bulldoggen ja ach so sensible Wesen sind die sich ausschliesslich an eine einzige Person binden und dann ganz furchtbar leiden wenn sie mal nicht um diese Person herum seien können. Ich glotz dann immer auf dieses menschenverliebte Tierchen runter und frage mich wie sich sowas denn äußern sollte.

    Und wirklich - ich beobachte das selber nicht unbedingt bei meinem Hund. Nungut, sie ist nur zur Hälfte bulldoggig, aber als ich zum Beispiel im letzten Jahr zu einem alten Freund gefahren bin um ihn und seine Hündin auf dem letzten Weg zu begleiten konnte ich sie vor Ort in der WG während der TA da war zu einem seiner Mitbewohner bringen (den sie nicht vorher kannte) und das war für sie absolut kein Thema. Nachdem sich dort noch jemand mit ins Zimmer gesetzt hat den sie schon zwei Mal gesehen hat (und ich meine wirklich exakt zwei Mal) hat sie sich dann auch sofort schlafen gelegt in dem für sie fremden Zimmer und war nicht im mindestens beunruhigt obwohl das eigentlich schon eine sehr ungewöhnliche Situation für sie war. (Das liest sich jetzt bestimmt total doof, aber es ging einfach nicht anders, wir wollten der anderen Hündin einfach genug Ruhe einräumen und die kleine Kasperline da rumwuseln zu haben während der TA eben tut was getan werden musste wäre einfach falsch gewesen in der Situation - so gut kannten sich die Beiden nun auch nicht und meine Kleine gehörte zu diesem Abschied einfach nicht dazu. Dafür war sie dann ganz fabelhaft darin ihn etwas aufzufangen in den folgenden Stunden.)


    Jedenfalls, um den Bogen nun zu Pauletta zu bekommen:

    Ich merke bei meinem Hund, dass er sich deutlich anders führen lässt als die Hunde, die ich bisher in meinem Leben hatte (eigene, Pfleglinge, enge Kontakte). Aus diesem Grund bin ich noch selber am sortieren für mich, um rauszufinden wo die Grenze zwischen charakterlicher Individualität (zum Beispiel aufgrund der späten Übernahme) und veranlagungstypischem Verhalten liegt.

    Meine Priorität liegt dabei darauf, dass ich der kleinen Wildsau gerecht werden möchte. Sie soll ein schönes Hundeleben bei mir haben, die Förderung erfahren die sie braucht um sich gut zu entwickeln, gesund zu sein und was man sich eben so alles für seinen vierbeinigen Begleiter wünscht. Genau deswegen muss ich vor allem für mich selber ausloten wie ich mit ihr umgehe. (Zum Glück hab ich was Konsequenz betrifft schon einen umfangreichen Erfahrungsschatz, aber bei der Aufgabenvermittlung sind mir eben deutliche Defizite an mir selber aufgefallen - da bin ich mehr "will to please" gewöhnt und musste, beziehungsweise muss immernoch neue Wege finden ihr schmackhaft zu machen was ich erwarte.)

    Vielleicht übertreibe ich deswegen manchmal diese Bull-Erwartung, da kann es auch nicht schaden wenn einem das dann gesagt wird - insofern Danke.

    Pitbull zähle ich übrigens für mich da garnicht rein, das ist ein Terrier. Terrier sind nicht so meins. (Obwohl ich eigentlich den Airedale und die großen, schwarzen Russen auch ganz interessant finde. Und den Bedlington, aber den auch nur, weil einer der Lieblingsfreunde meines Rottis einer war und er das tollste Hundeschaf war, dass ich je kennengelernt habe. Ich habe allerdings nicht die geringste Ahnung ob die alle so drauf sind, ihn jedenfalls habe ich in äußerst positiver Erinnerung.)

    An einem Punkt allerdings kommen wir wohl nicht zusammen - du hast geschrieben, dass du die späte Übergabe nicht kennst und das wohl daran liegt, dass du nur von seriösen Züchtern gekauft hast. Ich finde die damit implizierte Unterstellung die jeweiligen Züchter wären nicht seriös gewesen etwas gemein. Ich hatte die Tiere vor mir, habe ihre Halter erlebt und über die Zeit kommt man ja dann auch mal tiefgründiger ins Gespräch. Das waren ausnahmslos Leute, die sich lange vorher Gedanken gemacht haben was das neue Familienmitglied betrifft und nicht wahllos durch die Kleinanzeigen geschaut haben um nach Knopfaugengröße zu entscheiden.

    Ich bezweifle offen gestanden, dass Züchter mit wenig ehrbaren Motiven sich wirklich die Zeit nehmen würden einen Welpen den man viel schneller los werden würde länger als nötig dazubehalten. Vom Aufwand, Platz und Qualifikation zur Versorgung/Ausbildungsförderung mal ganz abgesehen. Das waren ja eigentlich alles Rassen, die sich generell einer großen Beliebtheit erfreuen - Retriever (die Hündin aus dem Beispiel oben wurde erst mit 3 Monaten geholt weil sie vorher so zurückhaltend war) und Schäferhund (Kein Fliessheck! Er ist der beim Züchter auf Stadtleben sozialisierte Hund den ich oben erwähnte.) zum Beispiel, da hätte es sicher auch flott Abnehmer gegeben die sofort zugegriffen hätten. Trotzdem haben die zukünftigen Halter offenbar einen so guten Eindruck hinterlassen, dass die Züchter der längeren Verweilzeit zugestimmt haben.

    Üblich ist es auf jeden Fall nicht, bei der Anzahl von Hunden die man so insgesamt kennt machen diese paar Ausnahmen nur den Bruchteil eines Prozents aus. Aber ich fand das in den Fällen so wie es mir dargelegt wurde schon sehr schlüssig. Ob es sich nun als grundsätzliches Modell für "Welpe kommt ins Haus, wir haben aber nur 2 Wochen Urlaub" eignet wage ich selber zu bezweifeln, denn die oben erwähnten Halter haben ja schon sehr viel Zeit investieren müssen um ihre Hunde regelmässig/täglich zu besuchen.

    Und auch ein 3 Monate alter Hund ist vor allem eines: Ein Baby, vollkommen neu in der Welt, ohne Vorstellung was eigentlich alles passiert, was wie zu tun ist und was alles erlebt werden kann. Dieser Prozess ist auch nicht mal schnell mit einem Jahresurlaub erledigt, sondern das ist diese wunderbar anstrengende Zeit auf die man nach einer halben Dekade mit weichem Herzen zurückblickt und sich überhaupt nicht mehr daran erinnert wie oft man Pfützchen aufgewischt hat und Schuhpuzzle gespielt hat.

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